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Wanderberichte

Das war wieder ein Wandertag

Am 30. Mai, mit Freunden der TGM und TGS

Unser Wanderwart Werner Weyrauther hatte uns zu einer interessanten Tour "Auf dem Rheinsteig Nr. 2" eingeladen. Der Rheinsteig ist ein Fernwanderweg, der auf ca. 320 Kilometer dem Mittelrhein auf der rechten Rheinseite folgt.

Am Morgen des 30. Mai 2010 war es dann endlich so weit. Tausend Fragen zu Wetter und der richtigen Kleidung kamen auf, denn die Medien verkündeten einen kalten und regnerischen Tag. Auf dem Weg zur TGM quakten im Garten Frösche, ein Zeichen des Frühlings, aber die lange Hose war schon am Leib. Ein Gedicht von Eduard Mörike kam einem in den Sinn: "Frühling lässt sein blaues Band ... Frühling, ja du bist es, dich hab' ich vernommen".

In der Breiten Straße hingen an den Geschäften die "99 Luftballons" und erinnerten an den Popsong von Nena aus dem Jahre 1983, das Gunsenummer Erdbeerfest stand ebenfalls in den Startlöchern.

Auf dem TGM-Platz trafen wir die ersten Wanderer an, die schon mit Wanderwart Werner plauderten.

Der Tag hatte Besonderes zu bieten: Telse Becker hatte Geburtstag, und Werner und Waltraud Weyrauther feierten ihr langjähriges Ehejubiläum. Das war schon Grund genug, Freundlichkeiten auszutauschen.

Langsam füllte sich der Platz mit Wanderfreundinnen und -freunden, die sich dann in den 50er Reisebus quetschten, der zu bersten drohte.

Werner begrüßte alle und zählte zusammen mit seiner Frau Waltraud die Schäfchen im Bus: 42 Leute waren wir.

In Schlangenbad am Kurhaus angekommen, stiegen wir bergauf zum Rheinsteig. Der Regen hatte uns nicht die gute Laune verdorben, die wunderschöne Landschaft und der Blick über Auen und Wiesen entschädigten uns für das nicht ganz so gute Wetter. Der Kurort liegt 320 Meter über NN in geschützter Talhanglage im bewaldeten Südhang des westlichen Taunus, 12 Kilometer von Wiesbaden, jeweils 7 Kilometer von Eltville und von Bad Schwalbach entfernt.

Nun waren wir auch schon an der ersten Schutzhütte angekommen. Hans Becker packte zwei Flaschen gutes Obstwasser zur Stärkung aus, die er anlässlich des Geburtstags seiner Frau Telse spendierte.

Es schien abgesprochen: Die Wanderfreundinnen und -freunde sangen ein Geburtstagsständchen, als wenn sie schon lange in der Oper in Verona die Aida von Verdi dargeboten hätten. Als Musiker stellte ich mir noch die Fanfaren des Triumphmarsches in der Klangwolke vor. Ich bekam fast eine Gänsehaut.

Jetzt ging es vorbei an der Gaststätte Rausch auf einen wunderschönen Platz mit Blick über Kiedrich, Eltville, das Rheintal bis zum Rheinhessischen Hügelland und zum Odenwald. Hier gab es die Brotzeit aus den Rucksäcken. Obwohl wir uns in die Aussicht verliebten, gingen wir weiter zur Burg Scharfenstein. Im Jahr 1160 wurde die Burg als Landesburg unter Erzbischof Christian I. von Buch erbaut und ab 1191 von Burgmannen besetzt, die sich ab diesem Zeitpunkt „von Scharfenstein“ nannten. Die Burg war im 13. Jahrhundert mehrfach erzbischöfliche Residenz. Seit dem 14. Jahrhundert führen außerdem die Kiedricher den Turm der Burg in ihrem Wappen.

Unsere Tour führte uns nun weiter über Kiedrich nach Eltville. Kiedrich wurde in einer Urkunde des Erzbistums Mainz erstmals erwähnt. Die Urkunde ist nicht datiert, sie stammt aber aus der Zeit des Erzbischofs Friedrich (937 bis 954). Bereits 1131 wurde der Weinbau in Kiedrich erstmals erwähnt.

Beim Gutsausschank Appel in Eltville, der inzwischen von zwei Damen bewirtschaftet wird und wo wir unsere Schlussrast abhalten wollten, waren wir zu früh angekommen. Werner zückte sein Handy und "drohte" unsere frühere Ankunft an, was die Damen aber ganz locker sahen. 42 Leute fielen "beim Appel" wie Heuschrecken ein, wurden freundlichst empfangen und bekamen erst einmal den ersehnten Wein, um ihren Durst zu stillen, und das innerhalb weniger Minuten. Die guten und reichlichen Speisen wurden überraschenderweise innerhalb kurzer Zeit nach unserem verfrühten Eintreffen aus der Küche gezaubert. Als Hobbykoch fragte ich mich, wie die das gemacht haben. Es war ein super Nachmittag. Später, die Zungen vom Wein gelöst, wurden „Määnzer Witzjer“ gerissen – meine Brille war nass vor Lachen. Unsere Freundin und TGS-Ehrensportwartin Hildegard Satter, bedankte sich im Namen der TGS für die wunderschönen Stunden. Das macht sie immer so, "unsere Hildegard". Liebe TGS-ler, wir mögen Euch.

Aber na ja, nach so viel Spaß kommt irgendwann auch der blöde Schluss: "Mer misse haam", der Bus wartete auf uns und wir trollten uns in das Fahrzeug.

Der Tag wird uns allen in guter Erinnerung bleiben.

Wir freuen uns auf die Herbstwanderung. Werner, mach so weiter und bleibe uns als Wanderwart erhalten, Du machst das super!


Text und Fotos Bernhard Holzheuser

 

TGM und TGS Herbstwanderung am 18.09.09

Bei herrlichem Herbstwetter trafen wir uns mit unseren Brüdern und Schwestern der TGS. Etwa 60 Wanderschuhe standen erwartungsvoll und gut gelaunt auf dem TGM-Hof.

Gegen 10 Uhr haben wir die „Elektrisch“ wie eine ausgebeulte Büchse voller Sülze gefüllt. Fahrgäste und Fahrer haben sich sicher gefreut, als wir über die 5er Sammelkärtchen verhandelten, 5er Grüppchen bildeten und dann die Karten schließlich kauften. Nach Umstieg in die 6er Linie marschierten wir vom Brückenkopf Kostheim zum wunderschönen Rheinufer und genossen das Panorama der Stadt Mainz. Heini und Franziska Stadler haben sich mit einigen Runden Bärwurz auf unsere Bedürfnisse eingestellt. Unser Wanderwart Werner nutze die Ruhe in der Runde und begrüßte die Versammlung. Werner versprach uns ein gutes Gelingen der Wanderung.

Unter Platanen mit goldgelbem Laub und stacheligen Früchten gingen wir über die Maaraue durch die Kastanienalle zur Mainmündung. Radfahrer, Jogger, Nordicwalker und Ruderer nutzten das schöne Wetter auf und am Seitenarm des Mains.

Der Dammweg führte uns bis Hochheim Süd. Viele Stimmen des Lobes waren zu hören: "Do war ich noch nie in meim Lebe, awer schön hier."

Nun ging es hoch zum Wahrzeichen von Hochheim: der von weitem sichtbaren kleinen Kirche. Es war nun an der Zeit, die Rucksäcke nach der Brotzeit zu durchwühlen. Einige Kulturfreunde nutzten die Gelegenheit, sich die Kirche St. Peter und Paul mit ihren spät-barocken Fresken von innen anzuschauen. Die Wanderung wurde durch die größtenteils abgeernteten Weinberge, im Laub aller möglichen Herbstfarben fortgesetzt. Wir genossen den einzigartigen Ausblick. Nahe der Großstädte Frankfurt, Wiesbaden und Mainz liegend, schweifte der Blick über Reben hinweg in das Maintal und den Odenwald. Die einmalige Sicht über unsere Stadt Mainz mit den vielen schönen Gebäuden war ein unvergessliches Erlebnis.

Ein würziger Geruch von vergorenem Trester, den die Winzer auf die Böden verteilten, stieg uns in die Nase und gab uns mit überreifen Trauben, die wir "stoppelten", große Erwartungen in einen einzigartigen Jahrgang 2009 bester Qualitäten.

Geduldig warteten wir auf die Öffnungszeit des Gutsausschanks Burkl in Kostheim. Wir waren wieder einmal zu flott auf den Beinen. Für alle Wanderer war Platz, Werner hatte 4 Wochen vorher einen Nebenraum reserviert. Jeder hatte innerhalb von 10 Minuten sein Getränk, der Wein und die Speisen waren sehr gut.

Hildegard Satter, Übungsleiterin der Frauengymnastik von der TGS und Ansprechpartnerin für deren
Wanderungen und Bernhard Holzheuser (Autor), bedankten sich für den wunderschönen Wandertag bei Werner. Der Applaus war ihm sicher.


Text und Foto Bernhard Holzheuser